ICH FREUE MICH... EINE GROTESKE ZUM KRIEG

Théâtre de la Guerre

 

Womit wir uns diesmal befassen, ist "die gute alte Zeit". Es sind Erinnerungen an das große deutsche Kino der vierziger Jahre. Darunter sind Schlager, die mit einer simplen Liedzeile beschwörend Zeitabschnitte aufflammen lassen, die einen in Schrecken versetzen. Doch so waren die Schlager nicht gedacht. Sie sind als gute Unterhaltung entstanden und das deutsche Kino dieser Zeit war ein riesiger finanzieller Erfolg auf der ganzen Linie. Es war der Erfolg einer fanatisierten deutschen Gesellschaft, deren Spuren uns wieder einholen. Es sind die Schreihälse mit den Baseballschlägern und das gewalttätige Gedanken verbreitende, bornierte deutsche Herrentum, die Wohlhabenden wie die verführten Geherdas, die niemand unterschätzen sollte.

 

Wir können sie nicht unterschätzen; wir, die Schauspieler und Künstler der Gruppe KALIBANI. Die Schwachen müssen sich gegen ihre Angst gegenüber der deutschen Geschichte wehren. Spielen ist für uns die mögliche Auseinandersetzung. Wir haben die Ängste durchgespielt.

 

Der Krieg ist das, was zum Leben nicht passt.

Es ist die groteske Form, sich mit Lust das eigene Leben zu zerstören. Damals wie heute tun es die Menschen auf unserem Erdball. Die Aufführung kann man als unsere Art zu leben, sich zu wehren, verstehen.

 

Die Zeile "Die Deutschen müssen das Töten lernen" auf dem Titel des "Spiegel" vom 20. November 2006 öffnet für uns den Abgrund des Grotesken; und ein Deutscher, Müller, Professor, Militärhistoriker, resümiert in teuflischer Weise über das Weltkriegswerk, das er die Ehre hat mit zu vertreten:

"Der Kampf in der Endphase des Krieges war nicht nur sinnlos, sondern aus heutiger Sicht in höchstem Maße unmoralisch oder verbrecherisch."

 

Wir fragen: Herr Professor, was war der Krieg der Deutschen 1939, als er die Länder mit Blitzsiegen überrollte und was ist der Bush-Krieg, die "kriegsähnlichen Zustände" im Nahen Osten oder die Kriege anderswo?

Unsere Aufführung ist eine Revolte gegen unsere Angst. Wir haben Augen zu sehen.

 

"Auf in den Kampf", "die Welt ist ein Kriegsschauplatz. Jeder Tote eine Mark." "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern, keine Angst Ros'marie." Auf diesem Wege ist unser Theater zum Schauplatz unserer Ängste geworden, einem Théâtre de la guerre. 

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